Neubau
Kinderklinik
Klinikzentrum Mitte


Der Neubau der Kinderklinik am Klinikzentrum Mitte ersetzt den bisherigen, baulich und funktional überholten Standort nördlich der Beurhausstraße und bündelt die pädiatrischen Funktionsbereiche an einem modernen Standort.
 

Bergstermann & Dutczak Architekten erbringen die Planung und Bauleitung in den Leistungsphasen 1–8.

Projektdaten

Projekt: Neubau Kinderklinik
Bauherr: Klinikum Dortmund gGmbH  

Nutzer: Kinderklinik des Klinikums Dortmund  

Projektzeitraum: laufendes Projekt seit 2022 
Bruttogrundfläche: 24.830,00 m²  

Bauweise: Konventionelle Bauweise

Leistung: Planung LP 1-4, Planung & Bauleitung LP 5-8 in Zusammenarbeit mit
sander.hofrichter architekten GmbH 

Projektanlass und Zielsetzung

Die bestehende Kinderklinik befindet sich in einem separaten Gebäudekomplex älterer Baujahre. Die bauliche Substanz entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen. Zudem verursacht der isolierte Standort einen hohen Betriebs- und Erhaltungsaufwand.

Eine ursprünglich geplante Aufstockung des Zentralen OP- und Funktionstraktes (ZOPF) wurde 2022 eingestellt. Ziel der aktuellen Planung ist die funktionale Zusammenführung aller kinder- und jugendmedizinischen Bereiche an einem integrierten Klinikumstandort südlich der Beurhausstraße.

Städtebauliches und landschaftliches Konzept

Der Neubau wird östlich des ZOPF-Gebäudes in Verlängerung der Magistrale errichtet. Eine Abfolge aus Freiraumbezügen, Erschließungswegen und Feuerwehrumfahrt definiert die städtebauliche Einbindung.

Das Dudenstift wird komplett abgerissen. Abbruchmaßnahmen an angrenzenden Bestandbauten und angrenzenden Bestandsbauten schaffen Fläche für den Neubau. Versorgungsleitungen und unterirdische Baustrukturen werden angepasst, um eine sichere Gründung zu gewährleisten.

Die Haupterschließungseben nimmt die Erschließungsebene vom ZOPF auf und liegt etwa zwei Meter unter dem umliegenden Gelände, was für die Außenanlagen Rampen, Böschungen und Treppenanlagen erfordert. Ein innenliegender Hof dient als geschützter Aufenthalts- und Spielflächenbereich in Zuordnung zur Cafeteria.

Architektonisches Gesamtkonzept

Der Baukörper folgt einem zweifach versetzten quadratischen Grundriss mit zentralem Innenhof. Gebäudefugen belichten die Flure und schaffen in den Stationsebenen Aufenthaltszonen. Die Hofräume erweitern sich mit zunehmender Geschosshöhe und ermöglichen Terrassenbereiche. Die Magistrale des ZOPF-Gebäudes wird fortgeführt und als räumlicher Verteiler im Neubau ausgebildet. Der Eingangsbereich ist zweigeschossig organisiert und großzügig verglast. Die Funktionsebenen Basement und Erdgeschoss sind ebenfalls über Lufträume und über eine offene Treppenanlage verbunden. 


Das funktionale Raumprogramm umfasst:

  • Basement: Zentrale Notaufnahme mit integrierter KV-Ambulanz, Aufnahmestation, Cafeteria und Spielbereiche
  • Erdgeschoss: Ambulanzzentrum und Funktionsdiagnostik mit direkter Anbindung an den OP-Bereich im Bestand
  • 1. Obergeschoss: Chirurgische Säuglingsstation (20 Betten), Kinderintensivmedizin (14 Betten)
  • 2.–4. Obergeschoss: Normalpflegestationen einschließlich AYA-Station, pädiatrischer Stationen und onkologischer Station mit Palliativbereich (jeweils 18 Betten), Tagesklinik
  • Untergeschoss: Personalumkleiden, Lager- und Technikflächen

 

Insgesamt sind in der neuen Kinderklinik 124 Patientenbetten untergebracht.

Ein Hubschrauberlandeplatz im 6. Obergeschoss wird die innerstädtische Notfallversorgung stärken.

Konstruktion und Bauweise

Die Tragstruktur ist eine konventionelle Stahlbeton-Stützenkonstruktion mit aussteifenden Kernen in Treppenhäusern und Schächten. Große Spannweiten ermöglichen weitgehend stützenfreie Funktionsbereiche.

Innenwände werden überwiegend in Trockenbauweise ausgeführt. Technikzentralen im 5. Obergeschoss entstehen als wärmegedämmte Stahlkonstruktionen mit vorgehängter Blechfassade.

 

Material- und Nachhaltigkeitsstrategie

Die Fassade wird als vorgehängte Plattenfassade mit differenzierten Farben für Sockel- und Obergeschosse ausgeführt. Lochfassaden strukturieren die Bereiche mit hohem Intimitätsbedarf; Fensterbänder gliedern die Normalpflegestationen.

Die Wärmedämmung von Fassade und Dach erfolgt mineralisch nach GEG. Fenster und Türen sind aus thermisch getrennten Aluminiumprofilen mit integriertem Sonnenschutz.

Dachflächen der Technikzentralen werden mit Photovoltaikanlagen ausgestattet. Die Hauptdachfläche erhält eine extensive Begrünung; ergänzend sind Begrünungs-Elemente in Abstand zum Hubschrauberlandeplatz vorgesehen. Fassaden- und Hofbegrünungen berücksichtigen die Auswirkungen des Flugbetriebs.

Funktionale Besonderheiten

Die unterirdische Anbindung an das Logistikzentrum über das ZOPF-Bestandsgebäude bleibt in Nutzung und dient zur Ver- und Entsorgung der neuen Kinderklinik.


Räume für Lehre und Besprechung werden entlang der Magistrale in den Ebenen 01 und 02 organisiert. Therapieangebote wie Kunst- und Musiktherapie sowie Räumlichkeiten der Spieloase sind auf den Geschossen, den Stationen zugeordnet verteilt.

Projektstand

Die Planung und Genehmigungsverfahren laufen, die Förderung ist gesichert und der Zeitplan festgelegt.