08.05.2026

Für Menschen in Ausnahmesituationen gebaut

Seit dieser Woche steht das Leber- und Infektionszentrum des Universitätsklinikums Düsseldorf im Mittelpunkt nationaler Aufmerksamkeit. Eine Passagierin des Kreuzfahrtschiffs „Hondius", auf dem das Hantavirus ausgebrochen ist, wird dort untersucht und behandelt. Das Gebäude an der Moorenstraße in Bilk hat genau dafür die Voraussetzungen: Es wurde für Situationen gebaut, die man sich nicht wünscht – und auf die man trotzdem vorbereitet sein muss.


Bergstermann + Dutczak haben das Leber- und Infektionszentrum zwischen 2006 und 2011 geplant und als Bauleitung begleitet. Das Gebäude entstand nach dem Seuchenalarmplan NRW als überregionale Einrichtung der Stufe C. Im Normalbetrieb arbeiten dort Ambulanzen, Lehre und Forschung. Und auch außerhalb des Ernstfalls kann das Gebäude als Infektionsstation genutzt werden. Im Ernstfall – wenn hochinfektiöse Patienten isoliert behandelt werden müssen – schaltet das Gebäude in einen anderen Modus. 

Genau das passiert gerade. Das verlangt Entscheidungen, deren Notwendigkeit erst im Ernstfall sichtbar wird. Die Infektionsstation im Erdgeschoss verfügt über 15 Betten, drei davon erfüllen die Anforderungen einer Sonderisolierstation. Die Klimatechnik arbeitet mit Unterdruck, hermetisch schließende Schiebetüren halten den Schutzdruckbereich aufrecht. Kontaminierte Abwässer werden in einem separaten Tank gesammelt und im Hochinfektionsfall thermisch desinfiziert. Alle Wege innerhalb der Isoliereinheit sind klar definiert – wer wohin geht und wann, ist im Türregime festgelegt.