Neubau Schulraum-erweiterung Gesamtschule Walsum, Duisburg 

Seriell geplant und in kurzer Bauzeit realisiert: ein modularer Erweiterungsbau für zeitgemäße Lernräume. 

Für die Stadt Duisburg wurde auf dem Gelände der Gesamtschule Walsum ein dreigeschossiger Erweiterungsbau in modularer Bauweise realisiert. Als erstes Schulgebäude dieser Bauart in Duisburg setzte das Projekt ein klares Zeichen für eine serielle und zugleich qualitätsvolle Umsetzung. Der Rohbau wurde innerhalb weniger Wochen montiert – pro Woche entstand eine Geschossebene.


Bergstermann & Dutczak Architekten Ingenieure GmbH übernahmen die Planung der Leistungsphasen 3-4, das Barrierefreiheitskonzept sowie die Planung der Außenanlagen.

Projektdaten

Projekt: Neubau Schulraumerweiterung
Bauherr: Stadt Duisburg

Nutzer: Gesamtschule Walsum 

Projektzeitraum: Juni 2023 – Oktober 2025 
Bruttogrundfläche: 2.870 m² 

Bauweise: modulare Bauweise  

Leistung: Planung LP 3-4, Barrierefreiheitskonzept und Außenanlagen


Projektanlass und Zielsetzung

Steigende Schülerzahlen machten eine dauerhafte Erweiterung des Raumangebots erforderlich. Ziel war es, zusätzliche Klassenräume sowie Differenzierungs- und Funktionsbereiche in einem eigenständigen Baukörper zu schaffen, der sich selbstverständlich in das bestehende Schulensemble einfügt und den Standort langfristig stärkt.


Städtebauliches und landschaftliches Konzept

Der Neubau wurde im südlichen Bereich des Schulgeländes parallel zur Straße „Nachtigallensteig“ positioniert. Er ergänzt die vorhandenen Gebäude und fasst den Schulhof räumlich neu.


Die Hauptfassade orientiert sich zum Schulhof und bildet hier den zentralen Zugang. Weitere Eingänge liegen an der West- und Südseite.

Die Außenanlagen greifen die bestehende Formensprache auf. Pflanzflächen wurden angepasst und ergänzt, versiegelte Bereiche reduziert. Ein „grünes Klassenzimmer“ erweitert die Nutzungsmöglichkeiten des Schulhofs. Die Entwässerung wurde neu organisiert; Dachflächenwasser wird über eine Rigole geführt.


Architektonisches Gesamtkonzept

Der dreigeschossige Baukörper wurde mit Flachdach und ohne Unterkellerung ausgeführt.


Ein zentrales Foyer empfängt vom Schulhof aus und bildet den räumlichen Mittelpunkt des Hauses. Im Erdgeschoss sind Differenzierungsräume, Lehrerzimmer sowie Büro- und Beratungsbereiche angeordnet. In den beiden Obergeschossen befinden sich insgesamt 14 Klassenräume sowie je ein Inklusionsraum pro Ebene. Sanitär- und Technikbereiche sind klar gebündelt. Die innere Organisation ist übersichtlich und ermöglicht kurze Wege sowie eine eindeutige Orientierung.




Konstruktion und Bauweise

Das Gebäude wurde aus insgesamt 91 vorgefertigten Raummodulen entwickelt, die auf einer durchgehenden Bodenplatte angeordnet sind und einem festen konstruktiven Raster folgen.

Aufgrund der Gebäudebreite wurden Module entlang einer Mittelachse gefügt. Für das Foyer kamen gedrehte Module zum Einsatz, sodass ein großzügiger, weitgehend stützenfreier Raum entstand.

Die Fassaden bestehen aus gedämmten Modulaußenwänden mit zusätzlichem Wärmedämmverbundsystem und einer Verkleidung aus Klinkerriemchen. Horizontale Fensterbänder prägen die Nord- und Südfassade, farbige Glaspaneele setzen zurückhaltende Akzente. Das Flachdach ist extensiv begrünt und mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet.

Material- und Nachhaltigkeitsstrategie

Die modulare Bauweise ermöglichte eine präzise Vorfertigung und eine effiziente Umsetzung.

Begrüntes Dach, Photovoltaikanlage und eine angepasste Regenwasserbewirtschaftung sind integraler Bestandteil des Konzepts. In den Außenanlagen wurden wasserdurchlässige Beläge eingesetzt und versiegelte Flächen reduziert.


Funktionale Besonderheiten

Differenzierungsräume im Erdgeschoss ergänzen die Klassenräume der Obergeschosse und unterstützen flexible Unterrichtsformate. Das zentrale Foyer verbindet die Ebenen und schafft eine offene, freundliche Atmosphäre im Inneren des Gebäudes.


Projektstand

 Die Schule wurde Anfang 2026 bezogen und befindet sich aktuell im Betrieb. 


Fotos: © Sonja Speck
Visualisierungen: © Bergstermann + Dutczak Architekten. Dargestellt ist der aktuelle Planungsstand, Änderungen vorbehalten.