Gesamtschule Walsum – Gebäude 2

Machbarkeitsstudie Ersatzneubau 
und Bestands- und Bedarfsanalyse

Schadstoffbelastungen und funktionale Defizite in Gebäude 2 machten eine Neubewertung der baulichen Entwicklung des Schulstandortes erforderlich. Im ersten Schritt wurde die Machbarkeit eines Ersatzneubaus untersucht, um eine belastbare Entscheidungsgrundlage zu schaffen.

Darauf aufbauend erfolgte eine standortweite Bestands- und Bedarfsanalyse auf Grundlage des Raumprogramms der Stadt Duisburg für eine siebenzügige Gesamtschule. Ziel war die präzise Ermittlung des Flächenbedarfs sowie die strukturelle Einordnung des Bestandes als Basis einer nachfolgenden Ziel- bzw. Masterplanung.

Bergstermann & Dutczak erarbeitete die Machbarkeitsstudie und führte anschließend die Bestands- und Bedarfsanalyse durch.

Projektdaten

Projekt: Gesamtschule Walsum, Gebäude 2 – Machbarkeitsstudie und Bestands- und Bedarfsanalyse 
Bauherr: Stadt Duisburg – Immobilien-Management Duisburg (IMD) / Wirtschaftsbetriebe Duisburg – AöR 

Nutzer: Gesamtschule Walsum / Amt 40  

Projektzeitraum: 2024–2025   
Bruttogrundfläche: 1.770 m²

Bauweise: Neubauuntersuchung – konstruktives System variantenoffen   

Leistung: Machbarkeitsstudie Ersatzneubau; Bestands- und Bedarfsanalyse


Projektanlass und Zielsetzung

Im Zuge der Sanierung von Gebäude 2 zeigten sich Schadstoffbelastungen und baulich-funktionale Defizite, die eine Weiterführung der Sanierung nicht mehr als zielführend erscheinen ließen. Vor diesem Hintergrund wurde als erster Schritt die Machbarkeit eines Ersatzneubaus für Gebäude 2 untersucht.

Aufbauend darauf verfolgte die Bestands- und Bedarfsanalyse ein standortweites Ziel: die Zusammenstellung des quantitativen Flächenbedarfs auf Grundlage des Raumprogramms der Stadt Duisburg für eine siebenzügige Schule als Basis einer nachfolgenden Ziel- bzw. Masterplanung. Parallel sollten Bestandszustand, ergänzende infrastrukturelle Bedarfe und die Einordnung bereits vorhandener Interimslösungen nachvollziehbar gemacht werden.


Städtebauliches und landschaftliches Konzept

Der Schulstandort ist in drei Nutzungseinheiten gegliedert:

  • Nutzungseinheit 01 Nachtigallensteig mit den Gebäuden 1, 2, 4, 5 sowie einem Neubau in Modulbauweise.
  • Nutzungseinheit 02 Waldstraße mit den Gebäuden 6, 7, 9 und 10, Pavillon, Außentoiletten (Gebäude 8) sowie Mensa (Gebäude 13).
  • Nutzungseinheit 03 Beckersloh mit Gebäude 12 sowie Turnhalle.


Die Nutzungseinheiten wurden insbesondere im Hinblick auf gemeinsam genutzte Pausenhofflächen und die damit verbundenen infrastrukturellen Anforderungen, vor allem die Toilettensituation, betrachtet. Temporäre Containeranlagen wurden als Interim bewertet und aus der weiteren Bedarfsbetrachtung ausgeklammert. Ebenso wurden der 2025 fertiggestellte Modulbau sowie die Sporthalle nicht als Bestandteil der Datenerhebung angesetzt.

Architektonisches Gesamtkonzept

Die Machbarkeitsstudie für Gebäude 2 untersucht die Einbindung eines Ersatzneubaus in den Standort und bewertet Varianten der Positionierung und der funktionalen Organisation. Ziel ist eine robuste und zeitgemäße Schulstruktur mit angemessenen Raumgrößen, klarer Erschließung und funktionalen Zusammenhängen, die im Bestand nur eingeschränkt herstellbar sind.

Die Bestands- und Bedarfsanalyse ergänzt dies um die standortweite Perspektive: Nicht einzelne Mängel sollten katalogisiert werden, sondern die Frage, welche Gebäude grundsätzlich erhaltens- und sanierungsfähig sind und welche Entscheidungen (Rückbau / Ersatz) den Flächenhaushalt des Gesamtstandortes wesentlich beeinflussen. Der Rückbau von Gebäude 2 und des Pavillons ist als gesetzt beschrieben; weitere Gebäude aus den 1950er-Jahren werden als wahrscheinliche Rückbaukandidaten benannt, während für andere Gebäudeteile eine prinzipielle Sanierungsfähigkeit unterstellt wird, um den Soll-Ist-Abgleich tragfähig durchführen zu können.

Die Neupositionierung der Gebäude schafft die Grundlage für einen zusammenhängenden Schulcampus und stärkt die funktionale Verknüpfung der Nutzungseinheiten.

Konstruktion und Bauweise

Für den Ersatzneubau wurden in der Machbarkeitsstudie konstruktive Systeme variantenoffen betrachtet. Die Festlegung ist abhängig von Wirtschaftlichkeit, Bauzeit und technischen Randbedingungen.

In der Bestands- und Bedarfsanalyse wird die Frage der Sanierungsfähigkeit ausdrücklich auf zwei Kernkriterien fokussiert: mangelnde Wirtschaftlichkeit einer Sanierung aufgrund der Bausubstanz oder eine so gravierende Schadstoffbelastung, dass eine Sanierung – wie bei Gebäude 2 – nicht möglich ist. Diese Bewertung steuert unmittelbar, welche Flächen im Soll-Ist-Vergleich angesetzt werden.


Material- und Nachhaltigkeitsstrategie

Für den Neubau sind langlebige, wartungsarme Konstruktionen vorzusehen, die den Anforderungen des Schulbetriebs entsprechen. Energetische Anforderungen sind gemäß geltenden Vorgaben umzusetzen.

Aus der Bedarfsanalyse ergibt sich für die nächste Planungsstufe der methodische Rahmen: Ein standortweites Energiekonzept ist unter Einbindung der TGA-Fachplanung zu entwickeln, damit Neubau, Sanierung und Bestand in einer konsistenten technischen Strategie zusammengeführt werden können.


Funktionale Besonderheiten

Die Bestands- und Bedarfsanalyse basiert auf dem Raumprogramm der Stadt Duisburg für eine siebenzügige Gesamtschule. Im Rahmen eines Soll-Ist-Abgleichs wurden die vorhandenen Raumkapazitäten den aktuellen programmatischen Anforderungen gegenübergestellt.

Dabei zeigt sich, dass die vorhandenen Flächenstrukturen die heutigen quantitativen und funktionalen Anforderungen nur teilweise abbilden. Insbesondere in den Bereichen allgemeiner Unterrichtsräume, Differenzierungsräume und naturwissenschaftlicher Fachräume besteht ein Anpassungsbedarf im Hinblick auf Raumanzahl und Raumgrößen.


Auch in den Fachbereichen Hauswirtschaft, Technik/Werken sowie Kunst und Musik entsprechen einzelne Räume nicht den im Raumprogramm vorgesehenen Flächenkennwerten oder sind in der erforderlichen Anzahl nicht vorhanden.

Ergänzend wird ein struktureller Entwicklungsbedarf bei Aufenthaltsflächen, Arbeits- und Beratungsräumen sowie bei inklusiven Förder- und Unterstützungsräumen beschrieben.

Gebäudeübergreifend wurden zudem infrastrukturelle Themen untersucht. Die Bewertung der WC-Anlagen erfolgte gemäß VDI 6000-6, ebenso wurden Schulhofflächen und Stellplatzanforderungen auf Grundlage der einschlägigen Vorgaben betrachtet. In einzelnen Nutzungseinheiten ergibt sich hieraus eine perspektivische Anpassungsnotwendigkeit


Projektstand

Die Machbarkeitsstudie zum Ersatzneubau für Gebäude 2 wurde als erste Entscheidungsgrundlage erstellt und abgeschlossen.


Im Anschluss wurde die Bestands- und Bedarfsanalyse erarbeitet. Sie bündelt die Bestandsbewertung, die gebäudeübergreifenden Untersuchungen (WC, Schulhof, Stellplätze) sowie den standortweiten Soll-Ist-Abgleich des Raumprogramms. Die Ergebnisse dienen als Grundlage für eine nachfolgende Ziel- bzw. Masterplanung, in der Varianten zur Bedarfsdeckung, Priorisierung von Maßnahmen sowie ein Bauphasen- und Interimsnutzungskonzept zu entwickeln sind.


Visualisierungen: © Bergstermann + Dutczak Architekten. Dargestellt ist der aktuelle Planungsstand, Änderungen vorbehalten.