Neubau einer 8-gruppigen Tageseinrichtung für Kinder

Oberbeckerstraße, Dortmund-Derne

 

In Dortmund-Derne entsteht eine neue Tageseinrichtung für Kinder mit acht Gruppen. Der Neubau ersetzt einen Bestandsbau und ergänzt ein gewachsenes Wohngebiet. Das Gebäude ist klar organisiert und auf den täglichen Betrieb ausgerichtet.

Bergstermann & Dutczak Architekten Ingenieure GmbH führen die Entwurfs- und Genehmigungsplanung im Auftrag des Totalübernehmers aus.

Projektdaten

Projekt:  Neubau einer 8-gruppigen Tageseinrichtung für Kinder (TEK) 
Bauherr: Stadt Dortmund, Städtische Immobilienwirtschaft 

Nutzer: FABIDO – Familienergänzende Bildungseinrichtungen Dortmund 

Projektzeitraum: November 2024 – April 2025   
Bruttogrundfläche: ca. 2.150 m²  

Bauweise: Holzrahmenbauweise  

Leistung: LP 1-4 


Projektanlass und Zielsetzung

Der Neubau schafft Platz für 150 Kinder. Ziel ist ein Gebäude, das Abläufe ordnet, Orientierung gibt und im Alltag funktioniert – für Kinder ebenso wie für das pädagogische Personal.

Städtebauliches und landschaftliches Konzept

Das Grundstück liegt am Rand eines Wohngebiets. Maßstab und Geschossigkeit orientieren sich am Vorgängerbau. So fügt sich das Gebäude ruhig in seine Umgebung ein. Die nach Norden abfallende Topografie wird terrassiert, um ebenerdige Ausgänge, barrierearme Wege und geschützte Außenbereiche zu ermöglichen. 

Architektonisches Gesamtkonzept

Das Gebäude besteht aus einem L-förmigen Baukörper mit differenzierter Geschossigkeit. Der zweigeschossige Teil orientiert sich zur südlichen Oberbeckerstraße, der dreigeschossige Bereich verläuft entlang der östlichen Grundstücksgrenze.

Der Eingang liegt an der Südseite und ist eindeutig formuliert. Dahinter öffnet sich ein zentraler Eingangsbereich als gemeinsamer Bezugspunkt. Ein Mehrzweckraum ist dem Foyer direkt zugeordnet und kann bei Bedarf zugeschaltet werden.

Die innere Organisation trennt Betriebs- und Gruppenbereiche klar voneinander. Im zweigeschossigen Gebäudeteil sind Küche mit separater Anlieferung, Leitungs- und Personalräume sowie gruppenübergreifende Funktionen untergebracht.

Die Gruppenbereiche befinden sich im dreigeschossigen Gebäudeteil. Im Erdgeschoss liegen zwei U3-Gruppen mit direkten Ausgängen in geschützte Außenbereiche. In den Obergeschossen sind die weiteren Gruppen altersgerecht organisiert. Jede Gruppe verfügt über zugeordnete Neben- und Differenzierungsräume sowie einen eigenen Sanitärbereich. Die innere Organisation ist übersichtlich und die Wegeführung kurz.

Konstruktion und Bauweise

Der Neubau ist nicht unterkellert und als modularer Holzbau geplant. Vorgefertigte Wand- und Deckenelemente ermöglichen eine präzise Umsetzung und einen hohen Vorfertigungsgrad. Zum Einsatz kommen zertifizierte Hölzer.

Das Gebäude erfüllt den Passivhausstandard.  Im dreigeschossigen Gebäudeteil sind im 1. und 2. Obergeschoss umlaufende Fluchtwegbalkone als zweiter Rettungsweg angeordnet. Eine außenliegende Treppenanlage an der Nordseite führt unmittelbar ins Freie.

Der zweigeschossige Gebäudeteil erhält den zweiten Rettungsweg über eine Außentreppe an der Westseite. Balkone, Treppenläufe und Umwehrungen werden als verzinkte Stahlkonstruktionen mit fugendicht ausgebildeten Bodenflächen ausgeführt. Die Rettungswege sind außen klar ablesbar.

 

Außenanlagen

Das Außengelände ist differenziert gegliedert. Geschützte U3-Bereiche und offene Spielflächen sind klar voneinander getrennt. Bestehender Baum- und Strauchbestand bleibt erhalten und wird ergänzt. Die Regenwasserrückhaltung ist Teil des Konzepts. Stellplätze, Fahrradabstellanlagen und ein Kinderwagenhaus sind im Eingangsbereich angeordnet.


Material- und Nachhaltigkeitsstrategie

Der Bau erhält eine hinterlüftete Holzfassade in Wechselfalzschalung. Fenster werden in Holz mit Aluminiumdeckleiste ausgeführt. Teile der Fassade sowie Abschnitte der Balkonanlagen werden über Rankhilfen begrünt. Die Fassadenbegrünung ergänzt die Holzoberflächen und bindet das Gebäude in den landschaftlich geprägten Außenraum ein.


Die Dachflächen über dem 2. und 3. Obergeschoss werden als Retentionsdächer mit extensiver Begrünung ausgebildet. Sie dienen der Regenwasserrückhaltung und verbessern das Mikroklima. Auf beiden Dachflächen sind Photovoltaikanlagen vorgesehen.


Funktionale Besonderheiten

Die Gruppen sind nach Altersstufen organisiert und jeweils mit eigenen Sanitärbereichen ausgestattet. Die Erschließung erfolgt über Spielflure, die neben der Orientierung auch Aufenthaltsqualität bieten. Alle Ebenen sind über ein zentrales Treppenhaus mit Aufzug verbunden. Die Rettungswege sind klar geführt und außen ablesbar.

Projektstand

Das Projekt befindet sich aktuell im Bau. 

Planzeichnungen & Visualisierungen: © Bergstermann + Dutczak Architekten Ingenieure. 

Dargestellt ist der aktuelle Planungsstand, Änderungen vorbehalten.