Janusz-Korczak-
Förderschule Heinsberg
Neubau in Modulbauweise mit späterer Aufstockung
Die Janusz-Korczak-Förderschule in Heinsberg wurde als modularer Schulbau errichtet und konsequent auf spätere Erweiterungen vorbereitet. Auf den zweigeschossigen Neubau aus dem Jahr 2019 folgte 2024 die planmäßig vorgesehene Aufstockung um ein weiteres Geschoss. Ziel war die Schaffung zusätzlicher, funktional hochwertiger Lern- und Betreuungsräume für eine wachsende Schülerschaft.
Bergstermann & Dutczak Architekten Ingenieure waren für die Entwurfs- und Genehmigungsplanung und architektonische Bearbeitung der Aufstockung verantwortlich und begleiteten die bauliche Weiterentwicklung des bestehenden Schulgebäudes.
Projektdaten
Projekt: Neubau (2019) / Aufstockung (2024)
Janusz-Korczak-Förderschule
Bauherr: Landkreis Heinsberg
Nutzer: Förderschule
Projektzeitraum: 2019 / 2024
Bruttogrundfläche: ca. 960 m² (Aufstockung)
Bauweise: Modulbauweise
Leistung: LP 3-4
Projektanlass und Zielsetzung
Anlass der Maßnahme war der steigende Raumbedarf der Förderschule, in der rund 120 Schülerinnen und Schüler von der ersten bis zur zehnten Klasse unterrichtet werden. Ziel war es, zusätzliche Unterrichts-, Betreuungs- und Sozialräume zu schaffen und gleichzeitig die Barrierefreiheit des Gebäudes weiterzuentwickeln. Die Erweiterung sollte in kurzer Bauzeit und mit minimalen Eingriffen in den laufenden Schulbetrieb realisiert werden.
Städtebauliches und landschaftliches Konzept
Das Schulgebäude ist als kompakter, L-förmiger Baukörper organisiert. Die Aufstockung folgt der bestehenden Kubatur und fügt sich in Höhe und Proportion in das vorhandene Gebäudevolumen ein. Die Maßnahme stärkt die Präsenz des Schulstandorts, ohne dessen städtebauliche Maßstäblichkeit zu verändern.
Architektonisches Gesamtkonzept
Die innere Organisation des Gebäudes orientiert sich an einem zentralen Foyer mit klar gegliederten Gebäudeflügeln. Durch die Aufstockung wurde diese Struktur fortgeführt. In der neuen Etage entstanden vier Klassenräume mit Nebenräumen, ein multifunktional nutzbarer Raum sowie Flächen für die Offene Ganztagsbetreuung und die Schulsozialarbeit. Ergänzt wird das Raumangebot durch Sanitär-, Lager- und Technikräume. Die architektonische Haltung bleibt funktional, ruhig und klar ablesbar.
Konstruktion und Bauweise
Die Erweiterung erfolgte in modularer Bauweise auf Basis eines Stahlrahmensystems. Die konstruktive Vorbereitung des Bestands ermöglichte die Aufstockung ohne grundlegende Eingriffe in die vorhandene Tragstruktur. Die Erschließung der neuen Räume erfolgt über das bestehende Treppenhaus sowie über einen neu integrierten Aufzug, wodurch die vollständige Barrierefreiheit des Gebäudes sichergestellt ist. Die Bauzeit der Aufstockung betrug rund fünf Monate.
Material- und Nachhaltigkeitsstrategie
Die Gebäudehülle ist als vorgehängte, hinterlüftete Fassade ausgeführt. Zum Einsatz kommen HPL-Fassadenplatten auf Mineralwolldämmung. Die Fassadenkonstruktion wurde so geplant, dass sie nach der Aufstockung ohne sichtbare Übergänge ergänzt werden konnte. Die bestehende Wärmepumpentechnik wurde erweitert, die Wärmeverteilung erfolgt über Fußbodenheizung. Das Dach der Aufstockung erhielt eine extensive Begrünung und wurde für eine spätere Photovoltaiknutzung vorbereitet.
Funktionale Besonderheiten
Die Aufstockung erweitert das Raumangebot gezielt um Unterrichts-, Betreuungs- und Sozialflächen. Die modulare Struktur erlaubt eine klare Organisation und flexible Nutzung. Die barrierefreie Erschließung unterstützt die besonderen Anforderungen des Schulbetriebs und fördert die gleichberechtigte Nutzung aller Bereiche.
Projektstand
Die Aufstockung der Janusz-Korczak-Förderschule wurde im Jahr 2024 fertiggestellt. Das Gebäude befindet sich im regulären Schulbetrieb.
Fotos: KLEUSBERG/Rüdiger Mosler
Visualisierungen: © Bergstermann + Dutczak Architekten. Dargestellt ist der aktuelle Planungsstand, Änderungen vorbehalten.