Gesamtschule Walsum – Gebäude 2
Sanierung und Umbau
Die Stadt Duisburg beabsichtigte die energetische Sanierung sowie die funktionale Ertüchtigung des Gebäudes 2 der Gesamtschule Walsum an der Kurzen Straße. Neben Maßnahmen an Dach, Fassade und Fenstern sollten auch innenräumliche Anpassungen, insbesondere im Bereich der naturwissenschaftlichen Fachräume, erfolgen.
Bergstermann & Dutczak erarbeitete die Grundlagenermittlung und Vorplanung als Basis für die Sanierungsentscheidung.
Projektdaten
Projekt: Gesamtschule Walsum, Gebäude 2 – Sanierung
Bauherr: Stadt Duisburg – Immobilien-Management Duisburg (IMD)
Nutzer: Gesamtschule Walsum / Amt 40
Projektzeitraum: 2020–2023
Bruttogrundfläche: -
Bauweise: Massivbauweise, tragende Mauerwerkswände, 18 cm Hohlsteindecken, Sparrendach
Leistung: Grundlagenermittlung und Vorplanung (LPH 1–2)
Projektanlass und Zielsetzung
Gebäude 2 bildet den Regelstufentrakt der Jahrgänge 7 und 8. Aufgrund gestiegener Schülerzahlen und baulicher Defizite bestand Sanierungsbedarf sowohl hinsichtlich der Gebäudehülle als auch der technischen und funktionalen Ausstattung.
Ziel der Maßnahme war die energetische Ertüchtigung von Dach, Fassade und Fenstern sowie die bauliche und technische Modernisierung der naturwissenschaftlichen Fachräume. Ergänzend sollten WC-Anlagen im Erdgeschoss hergestellt und Feuchteschäden im Untergeschoss beseitigt werden.
Im Verlauf der Planung wurde die Aufgabenstellung erweitert, sodass nicht nur Einzelmaßnahmen, sondern eine umfassende Entkernung und Sanierung des gesamten Gebäudes 2 untersucht wurde.
Städtebauliches und landschaftliches Konzept
Gebäude 2 ist Bestandteil eines mehrteiligen Schulensembles an der Kurzen Straße. Es steht in funktionalem Zusammenhang mit den Gebäuden 1, 4 und 5.
Die Maßnahme betraf ausschließlich Gebäude 2. Der bestehende Verbindungsgang zu Gebäude 4 war im Zuge der Sanierung zurückzubauen. Die Baustelleneinrichtung war auf der Freifläche zwischen Gebäude 2 und der Kurzen Straße vorgesehen.
Architektonisches Gesamtkonzept
Die ursprüngliche Planung sah eine energetische Sanierung der Gebäudehülle vor. Im weiteren Verlauf wurde aufgrund funktionaler Anforderungen eine vollständige Neustrukturierung der Innenräume geprüft.
Die Fassadensanierung sollte als vorgehängte Konstruktion mit mineralischer Dämmung und Faserzementbekleidung erfolgen. Für die Fensteranlagen wurden verschiedene Varianten untersucht. Die bevorzugte Variante sah zweigeteilte Aluminium-Glaselemente mit Glaslamellen zur natürlichen Lüftung vor. Die Fassadengliederung orientierte sich am Bestandsraster, wurde jedoch in einer ruhigen, flächigen Ausformung neu interpretiert.
Die Grundrisse der naturwissenschaftlichen Fachräume wurden in Abstimmung mit Fachplanern und Nutzer überarbeitet. Tragwerksanpassungen infolge geplanter Grundrissänderungen wurden statisch geprüft.
Konstruktion und Bauweise
Das Gebäude wurde 1955 in Massivbauweise errichtet. Tragende Außen- und Innenwände aus Mauerwerk sowie 18 cm starke Hohlsteindecken bilden die Konstruktion. Das Dach ist als Sparrendach mit Kehlbalken ausgebildet.
Im Untergeschoss bestehen erhebliche Feuchteschäden. Eine Abdichtung der erdberührten Bauteile war nicht nachweisbar. Die geplante Sanierung umfasste die Freilegung der Kellerwände, Abdichtungsmaßnahmen sowie eine energetische Ertüchtigung der Gebäudehülle.
Die vorhandene Stahlfluchttreppe sollte demontiert und mit größerem Abstand zum Gebäude wieder errichtet werden.
Alle technischen Installationen waren vollständig zurückzubauen und neu zu errichten.
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Material- und Nachhaltigkeitsstrategie
Für die Fassaden- und Dachsanierung war eine mineralische Wärmedämmung vorgesehen. Die neue Fassadenbekleidung sollte aus Faserzementplatten bestehen. Das Satteldach war mit neuer Deckung und Aufdachdämmung geplant. Das Flachdach im Bereich des Werkraums sollte als Warmdach mit extensiver Begrünung ausgeführt werden.
Der Sonnenschutz war außenliegend und elektrisch betrieben vorgesehen.
Funktionale Besonderheiten
Die naturwissenschaftlichen Fachräume waren sowohl baulich als auch technisch nicht mehr zeitgemäß. In Abstimmung mit dem Fachplaner wurden neue Ausstattungs- und Installationskonzepte entwickelt. Aufgrund der vorhandenen Raumgeometrien konnten empfohlene Bewegungsflächen nur eingeschränkt umgesetzt werden. Im Erdgeschoss war ein barrierefreies WC vorgesehen, im 1. Obergeschoss zwei Einzel-WC-Räume.
Im Kellergeschoss befindet sich eine 10-kV-Station zur Versorgung angrenzender Gebäude, deren Verlagerung im Zuge der Maßnahme zu prüfen war.
Projektstand
Im Zuge der vertieften Untersuchungen wurden erhebliche Schadstoffbelastungen, insbesondere PCB- und asbesthaltige Bauteile in tragenden Konstruktionen, festgestellt. Die erforderliche Schadstoffsanierung hätte tiefgreifende Eingriffe in die Gebäudestruktur bedeutet.
Aufgrund des Umfangs der Belastungen sowie der gleichzeitig bestehenden funktionalen Defizite wurde die Weiterverfolgung der Sanierung nicht fortgeführt.
Stattdessen wurde das Projekt in eine Bestands- und Bedarfsanalyse des Gesamtstandortes sowie eine Machbarkeitsstudie für einen Ersatzneubau von Gebäude 2 überführt.
Planzeichnungen & Visualisierungen: © Bergstermann + Dutczak Architekten Ingenieure.
Dargestellt ist der aktuelle Planungsstand, Änderungen vorbehalten.